Gebäudeschadstoffe

In unzählige Gebäude wurden (und werden leider immer noch) Substanzen eingebaut, die gesundheitsschädigend wirken können.

Zu historischen Zeiten wurden schwermetallhaltige Farben verwendet. Gerüchte besagen, dass nicht wenige Burgfräulein (weil die Zuhause waren, während die Männer draußen kämpften, und weil sich nur der Wohlstand Wandfarben leisten konnte) mit Schwermetallvergiftung dahin siechten.

Quecksilber wurde im 19. Jahrhundert für die Spiegelproduktion eingesetzt. Verlorenes Material sammelte sich in den Geschossdecken. Viele der ehemaligen Produktionsstätten sind später in Wohnungen umgewandelt worden und mussten bzw. müssen aufwändig von diesem Gift befreit werden.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die PAK- haltigen Abfallprodukte der Steinkohleindustrie in Abdichtungen, Dämmungen und als Parkettkleber eingesetzt. Davon betroffen sind nicht nur die ehemaligen amerikanischen Wohnsiedlungen, anhand deren dieses Problem bekannt wurde, sondern auch alle übrigen Gebäude mit Baumaterialien aus dieser Zeit.

Anschließend wurden zuhauf einige Wunder-Baustoffe, die sich später als äußerst problematisch erwiesen verbaut: Asbest in unzähligen Anwendungen, PCB in Dichtfugen, Anstrichen, Leuchten, Transformatoren und Putzen, die Holzschutzmittel PCP und Lindan, DDT zum desinfizieren findet sich in einigen, v.a. amerikanischen Siedlungen sogar als fester Bestandteil der Wandfarben. Aus Holzspanplatten diffundierte anfangs Formaldehyd, was sich negativ auf die Wohnqualität vieler Fertighäuser auswirkte. Erst allmählich erkannte man in dieser Zeit die Probleme und ersetzte die Produkte durch andere.

Doch auch die Ersatzmittel bringen oft Probleme mit sich: Ältere Mineralfasern gelten auch als krebserzeugend. Pestizide sind nach wie vor giftig, werden aber in vielen der neuen wasserlöslichen Farben und anderen Baumaterialien eingesetzt. Zunehmend werden auch gesundheitsgefährdende Glykole in Lacken eingesetzt. In fast allen Kunststoffen finden sich Weichmacher. Neben gesundheitsschädigenden Auswirkungen scheinen sie auch mitverantwortlich für das Fogging-Phänomen zu sein.

Letztlich bringt nur ein Fachgutachten Klarheit über die eingebauten Baumaterialien und deren Auswirkungen auf das Raumklima.



Asbestplatte unter Fensterbank

PAK als Kleber unter Parkett

PCB in Fugenmasse

Mineralwolle

Schimmelbildung


 

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