Radon in Gebäuden
Wenngleich Radon kein Gebäudeschadstoff im engeren Sinne ist, wird es hier trotzdem aufgeführt, denn durch die Anreicherung von Radon in Gebäuden entfaltet sich sein gesundheitsschädigendes Potential.
Radon ist ein in der Bodenluft vorkommendes, radioaktives Edelgas aus der Uran- und Thorium-Zerfallsreihe. Aufgrund der Gasförmigkeit ist Radon im Gegensatz zu den übrigen Zerfallsprodukten mobil, kann durch Schwachstellen in Gebäude eindringen und sich dort anreichern. Hauptsächlich Radon 222 (222Rn) kann Gesundheitsschäden hervorrufen: Durch den radioaktiven Zerfall mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen tritt Radon 222 stets zusammen mit seinen metallischen Folgeprodukten auf, die ihrerseits mit relativ kurzen Halbwertszeiten bis zum Blei 210 weiter zerfallen. Radon und seine Folgeprodukte, die an Staubpartikel und Aerosole gebunden sind, werden eingeatmet, gehen in der Lunge in den Blutkreislauf über und werden so in alle Körperregionen transportiert. In allen Körperregionen können auf differenzierte Weise durch die beim radioaktiven Zerfall freigesetzte ionisierende Strahlung Zellen derart geschädigt werden, dass eine Transformation zu Krebszellen und damit eine Bildung von Krebs erfolgt. Epidemiologische Studien sprechen von einem Anteil von ca. 7% der Krebsfälle, insbesondere Lungenkrebs, die durch Radon verursacht werden. Damit ist Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Krebsursache und der wichtigste umweltbedingte Risikofaktor für Lungenkrebs.
In einigen Teilen Deutschlands tritt Radon aufgrund von bestimmten Bodenverhältnissen verstärkt auf. Zu diesen Regionen zählen auch das Fichtelgebirge, bestimmte Gebiete in der Oberpfalz, das Erzgebirge und die Bergbauregionen in Sachsen. Während der Mittelwert der Radonkonzentration in deutschen Wohnräumen 50 Bq/m3 (Bq: Becquerel = Zerfall/Sekunde) beträgt, können in diesen Regionen die Konzentrationen um mehrere Größenordnungen ansteigen. In einigen Gebäuden wurden Radonkonzentrationen bis zu 100.000 Bq/m3 gemessen.
Die durch Radon hervorgerufene Gesundheitsgefährdung kann durch Maßnahmen an den Gebäuden deutlich gesenkt werden.
Ich habe in mehr als 40 Gebäuden in der Oberpfalz und in Franken die Radonkonzentration gemessen und geeignete Baumaßnahmen zur Senkung des Radongehalts geplant, ausgeschrieben und den Erfolg überprüft.
Mit speziellen Messgeräten wurden Diffusionsmessungen und anschließend Radon- Sniffing- Messungen durchgeführt, wodurch die Radon- Eintrittspfade in die Gebäude genau lokalisiert wurden. Dadurch konnten für jedes Gebäude speziell abgestimmte Maßnahmen gegen den Radoneintritt getroffen werden. Die Spanne reicht vom Abdichten von Durchbrüchen bis zur Erstellung von Radon- Brunnen. Ein aus einer älteren, unspezifischen Untersuchung hervorgegangener Kostenvoranschlag für die Sanierung der Gebäude wurde so deutlich unterschritten.
Ich bin in der Lage, alle Schritte von der Gefährdungsabschätzung bis zur Realisierung der geeigneten baulichen Maßnahmen zur Reduzierung des Radongehalts in die Praxis umzusetzen.
Radon-Messung
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